Totes Meer

Okay, das war verblüffend. 
Das für eine Nacht gebuchte Hostel im Kaff Ein Gedi war ein Knaller. 
Und im Toten Meer kann man nicht ersaufen.
Man treibt wie eine Boje, und die Salzlake schlucken geht auch in Not nicht. 
Das Wasser selbst zartblau bis türkis und klar wie im Pool - nicht in einer einsamen Bucht, sondern im Hotelklötzeort Ein Bokek am öffentlichen Strand. 

Kurz zum Pökeln reingelegt, abgeduscht, weitergefahren. Passt.



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Schneller Norden

Zum Abgrasen von Israels Norden hatten wir Nazareth als Basis auserkoren. Zwei volle Tage waren mehr als ausreichend. Überlieferungsgerecht haben wir in einer urigen Grotte übernachtet, ungefähr so wie Maria und Joseph, zu besichtigen in Nazareths Verkündigungskirche. Das fensterlose Leiden wird uns vielleicht mal angerechnet.

Am See Genezareth ging es mangels Bibelerziehung zügig vorwärts. Die Jesusorte entwickeln ihren Glanz so richtig nur im Kopfkino. Auch Eingeweihte lassen sich gern ablenken und filmen die Kois im Wartebereich. Obwohl, am Ort der Brot- und Fischvermehrung gilt das vielleicht nicht als Abschweifung.

Zur Abwechslung sind wir in die Berge, nach Safed. Geht doch, sympathische Kleinstadt. 
Und gleich noch weiter ans Mittelmeer, in die alte Hafenstadt Akko. 
Äh ja, erwartet hatten wir irgendein Flair, fanden stattdessen nachmittags im Wesentlichen verdreckte Schäbigkeit. Voller Touristen wird's wahrscheinlich bunt und quirlig. Na toll. 
Old Jaffa bei Tel Aviv hat uns später vollstens entschädigt. Dagegen war Akko ein toter, kleiner Fisch im Schlick. 

Am zweiten Tag waren wir kurz mal gucken in Haifa. Großstadt mit Sehenswürdigkeiten. 



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Koscher in Tel Aviv

Heute ist wieder Shabbat und wir verhalten uns ziemlich koscher:
Heute machn wa mal janüscht.

Der Orthodoxe sieht das Janüscht wohl unglaublich eng. Angeblich gibt es koschere Aufzüge, bei denen man am Shabbat keinen Knopf drücken braucht (böse). Wahrscheinlich fahren die dann immer nur himmelwärts.
In Jerusalem war am Freitagabend vor einer Woche großräumiges Bürgersteigehochklappen angesagt (siehe Wüste); hier in Tel Aviv steppte das Gegentum, Party, Party, Party.
Eine Stadtrundfahrt am Sonnabend ist trotzdem nicht möglich, der öffentliche Nahverkehr darf nicht fahren. Aber Himmel und Menschen sind am Strand, in den Restaurants oder im Stau dahin. Natürlich niemand mit Schläfenlocken.



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No check

Mit der Kontrolliererei bei Hin- und Rückflug scheint jeder andere Erfahrungen zu machen.
Unterwegs trafen wir Deutsche, bei denen in Schönefeld nur Einzelne interviewt wurden (bei uns jeder; siehe Check, Check, Check). 

Bekannte berichteten von aufwendigen Tiefenkontrollen bei der Ausreise. 
Wir haben nur pflichtschuldig erklärt, dass wir selbst gepackt, nichts Fremdes und nichts Spitzes dabei haben. 
Die Sicherheitsschleuse bestand aus einem Gepäckscanner mit zwei tiefenentspannten Leuten und dem Durchgangsdings ohne Extrabesetzung. 

Damit nicht genug: Warum die Flasche Wasser austrinken, wenn du sie auch mitnehmen kannst. Yepp, ging.

Janas Häkelnadel hat auch wieder keinen interessiert. War ja nun klar.



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Auffälligkeiten

Schrift

In den Gegenden, in denen wir uns rumtrieben, waren fast alle Schilder dreisprachig: Hebräisch (ישראל), Arabisch (إسرائيل), Lesbar (Israel). Geschrieben und demzufolge wohl auch gelesen werden Hebräisch und Arabisch von rechts nach links. Hatte jetzt nicht direkt Auswirkungen auf unser Textverständnis. 


Elektrofahrräder

In Deutschland sind die Rentner an vorderster Front an der Elektrofahrrad-Theke. So gediegen sind auch die Preise. In Israel düsen seit längerem vorzugsweise Jüngere mit Elektro-Klappfahrrädern geschäftig durch die Städte. Gibt's für unter 1.000 EUR. Sogar auf dem Google-Doodle zum Israelischen Unabhängigkeitstag ist so ein Teil verewigt.


Jugend

Die Alterspyramide scheint irgendwie kein Problem zu sein in Israel. Kurz mal nach gegoogelt: Oh, mein Gott!



Araber

Jede Menge. Echt jetzt? In Nazareth leben nur Araber: viele Muslime, klar, aber ein Großteil Christen. Es gibt auch Juden mit arabischer Abstammung. Plus Drusen und Beduinen. Es sträubt einem wieder mal das Hirn. Und denen wohl auch.


Christen

Christen sind (mehr oder weniger) immer Weiße? Nun ja, zu kurz gesprungen - z.B. sind mehr als die Hälfte der Äthiopier Christen, fast die Hälfte der Nigerianer. Zumindest in Äthiopien liegt das weniger an irgendwelchen Missionaren, die waren schon Christen als unsere Vorfahren als Vandalen berüchtigt waren.
Ist an den zentralen Heiligtümern interessant anzusehen, welch weltweite Völkerscharen Jesus anbeten. Selbst Gruppen offensichtlicher Fernost-Asiaten stimmten Lobpreisungsgesänge an.